Warum CSS-Frameworks (für mich) keinen Sinn machen
Die Diskussion über den Einsatz von CSS-Frameworks im Allgemeinen ist gefühlt sehr alt. Die einen loben die Arbeitserleichtung bei der Nutzung wie YAML, die anderen befassen sich erst gar nicht damit. Die hier aufgeführten Gründe, die gegen den Einsatz von CSS-Frameworks sprechen sollen, sind so unterschiedlich wie die Designs des CSS-Zen-Gardens.
Dirk Jesse fasst in seinem Artikel Was Sie über CSS-Frameworks wissen sollten! schön zusammen, wie die Pro- und Kontraargumente lauten. Auch erfährt der geneigte Leser hier, was er unter einem CSS-Framework zu verstehen hat. Lesebefehl!
Die einen setzen CSS-Frameworks wie YAML gern ein, weil sie schneller durchstarten wollen, effektiver arbeiten möchten, sich nicht um IE6-Bugs kümmern möchten. Die anderen sprechen von aufgeblähten CSS-Code, ein (nicht vorhandenes) Korsett des Frameworks und und und. Einige Argumente sind plausibel, viele einfach falsch.
Die Argumentation “Ich will nicht” wäre deshalb eine ehrliche und völlig legitime Aussage, mit der ich als Entwickler von YAML gut leben kann. Eine solche, zutiefst persönliche Entscheidung für eine individuelle Arbeitsweise, bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass CSS-Frameworks obsolet sind oder mit der eigenen Codequalität nicht konkurrieren könnten. Dirk Jesse und Nils Pooker
Warum ich CSS-Frameworks toll finde
Ich fördere gern den Einsatz von CSS-Frameworks, besonders wenn oben drüber YAML steht. Dirk hat wirklich eine beeindruckende Arbeit geleistet und es scheint, dass jede Zeile CSS wirklich Sinn macht. Auch habe ich viele Kollegen während meiner Laufbahn kennengelernt, die ein wenig Unterstützung in HTML und CSS gebrauchen konnten. Für sie ist ein solches Framework eine willkommene Arbeitserleichterung. Besonders, weil sie sich dank YAML und Co. nicht mit immer wiederkehrende Elemente einer modernen Webseite beschäftigen müssen. Dazu gehört u.a. ein CSS-Reset, der eigentlich immer gleiche Grundaufbau der Seite und Browserbugfixes. Aber auch echte Webprofis – für die zumindest YAML gedacht ist – sollen mit dem Framework ein Werkzeug erhalten, mit dem sie effektiv saubere Webseiten aufbauen können.
Wer CSS nicht aus dem EffEff beherrscht, findet mit den CSS-Frameworks eine sehr feine Arbeitsgrundlage. Und wer sich mit der umfangreichen Doku von YAML beschäftigt, kann sogar sehr viel mehr dazu lernen. Für die meisten kann die Arbeit nach einer kurzen Eingewöhnugsphase wirklich schneller von statten gehen. Warum sollte ich daher etwas gegen CSS-Frameworks haben? Faktisch könnte ich alle Pro- und Contro-Argumente gegeneinander aufwiegen, sodass am Ende eigentlich nur der Einsatz empfohlen werden kann.
Warum ich niemals ein CSS-Framework einsetzen werde
Wer sich mit mir persönlich über HTML und CSS unterhält, oder ab und zu auch mal Technikwürze hört, weiß genau, wie ich ticke. Ich habe eine ziemlich starre Meinung zum Einsatz von CSS-Frameworks: „Nein!“. Trotzdem folge ich nicht den beliebten Argumenten, dass ein Framework die Webseite ziemlich übel aufbläht, mir keine Flexibilität bietet oder strikt überflüssig ist.
Für mich ist das Schreiben von HTML und CSS ein Handwerk, mein Handwerk, mein Job. Ich liebe es außerordentlich, auf „Datei neu“ zu klicken und jedes verdammte Projekt mit einer leeren Datei zu beginnen. Ich schreibe HTML und CSS liebend gern so schnell runter wie Journalisten ihre Artikel. Aber es geht mir nicht darum, erster zu sein.
HTML und CSS zu schreiben macht mir schlicht und einfach gesagt absolut Spaß. Ich möchte alles selbst schreiben, weil es mir Freude bereitet. Ich bin lieber der Entwickler wie Dirk, der ein Framework wie YAML zusammenschreibt, als ein Webentwickler, der das fertige YAML effektiv benutzt. Als PHP-Entwickler nutze ich für einige Projekte sogar mal PHP-Frameworks wie Zend, für HTML und CSS brauche ich das eher nicht.
CSS-Frameworks unterstützen mich bei meiner Arbeit nicht, sondern rauben mir den Spaß. Ich müsste im Detail (!) viel weniger denken, viel weniger aus dem Wissen schöpfen, viel weniger leisten. Ich beantworte gern die Fragen meiner Kollegen und Hörer, wie man dies und das genau macht, und warum genau so. Es hat schon ein paar Jahre gedauert, bis ich in der Lage war, Fragen über CSS direkt wie aus der Pistole zu beantworten. Ich mag mich nicht mit dem Gedanken beschäftigen, dieses Basiswissen verblassen zu lassen. Auch wenn mich die eine oder andere Lösung mal viele Stunden oder im Extremfall gar ein paar Tage kostet, weil bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist das Problem richtig gut zu lösen, erinnere mich gern an die „Entwicklungszeit“. Das Erreichte macht mich stolz und bildet die Basis, das Fundament meiner Arbeit.
Für mich ist Webentwicklung kein Beruf, sondern eine Berufung. Ich mache das alles echt gern. Wenn es sein muss dann auch jeden Tag wieder aufs Neue, mit einer neuen Datei. „Alles zurück auf Anfang“.
1 Dali schrieb am 23. März 2009 (17:03 Uhr)
2 Matthias Mees schrieb am 23. März 2009 (17:03 Uhr)
3 Daniel schrieb am 23. März 2009 (18:03 Uhr)
4 Nina Gerling schrieb am 23. März 2009 (18:03 Uhr)
5 ThomasO schrieb am 23. März 2009 (20:03 Uhr)
6 marvin schrieb am 23. März 2009 (21:03 Uhr)
7 Markus Schlegel schrieb am 23. März 2009 (21:03 Uhr)
8 Mariusz schrieb am 24. März 2009 (04:03 Uhr)
9 macx schrieb am 24. März 2009 (08:03 Uhr)
10 Lukas schrieb am 24. März 2009 (10:03 Uhr)
11 macx schrieb am 24. März 2009 (12:03 Uhr)
12 Sanddorn schrieb am 24. März 2009 (14:03 Uhr)
13 makcie schrieb am 24. März 2009 (18:03 Uhr)
14 Lukas schrieb am 24. März 2009 (19:03 Uhr)
15 Herr Voß schrieb am 25. März 2009 (11:03 Uhr)
16 macx schrieb am 25. März 2009 (12:03 Uhr)
17 Webdesign Berlin Scriptshit schrieb am 30. März 2009 (16:03 Uhr)
18 macx schrieb am 30. März 2009 (17:03 Uhr)
19 Webdesign Berlin Scriptshit schrieb am 30. März 2009 (17:03 Uhr)
20 macx schrieb am 30. März 2009 (17:03 Uhr)
21 Holger Könemann schrieb am 31. März 2009 (21:03 Uhr)
22 Andreas Hecht schrieb am 04. April 2009 (22:04 Uhr)
23 Denis schrieb am 22. April 2009 (08:04 Uhr)
24 Christian schrieb am 27. April 2009 (12:04 Uhr)
25 Dirk Bergmann schrieb am 01. Mai 2009 (18:05 Uhr)
26 GE schrieb am 16. Mai 2009 (12:05 Uhr)