Warum CSS-Frameworks (für mich) keinen Sinn machen

23. März 2009 Bisher 29 Kommentare

Die Diskussion über den Einsatz von CSS-Frameworks im Allgemeinen ist gefühlt sehr alt. Die einen loben die Arbeitserleichtung bei der Nutzung wie YAML, die anderen befassen sich erst gar nicht damit. Die hier aufgeführten Gründe, die gegen den Einsatz von CSS-Frameworks sprechen sollen, sind so unterschiedlich wie die Designs des CSS-Zen-Gardens.

Dirk Jesse fasst in seinem Artikel Was Sie über CSS-Frameworks wissen sollten! schön zusammen, wie die Pro- und Kontraargumente lauten. Auch erfährt der geneigte Leser hier, was er unter einem CSS-Framework zu verstehen hat. Lesebefehl!

Die einen setzen CSS-Frameworks wie YAML gern ein, weil sie schneller durchstarten wollen, effektiver arbeiten möchten, sich nicht um IE6-Bugs kümmern möchten. Die anderen sprechen von aufgeblähten CSS-Code, ein (nicht vorhandenes) Korsett des Frameworks und und und. Einige Argumente sind plausibel, viele einfach falsch.

Die Argumentation “Ich will nicht” wäre deshalb eine ehrliche und völlig legitime Aussage, mit der ich als Entwickler von YAML gut leben kann. Eine solche, zutiefst persönliche Entscheidung für eine individuelle Arbeitsweise, bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass CSS-Frameworks obsolet sind oder mit der eigenen Codequalität nicht konkurrieren könnten. Dirk Jesse und Nils Pooker

Warum ich CSS-Frameworks toll finde

Ich fördere gern den Einsatz von CSS-Frameworks, besonders wenn oben drüber YAML steht. Dirk hat wirklich eine beeindruckende Arbeit geleistet und es scheint, dass jede Zeile CSS wirklich Sinn macht. Auch habe ich viele Kollegen während meiner Laufbahn kennengelernt, die ein wenig Unterstützung in HTML und CSS gebrauchen konnten. Für sie ist ein solches Framework eine willkommene Arbeitserleichterung. Besonders, weil sie sich dank YAML und Co. nicht mit immer wiederkehrende Elemente einer modernen Webseite beschäftigen müssen. Dazu gehört u.a. ein CSS-Reset, der eigentlich immer gleiche Grundaufbau der Seite und Browserbugfixes. Aber auch echte Webprofis – für die zumindest YAML gedacht ist – sollen mit dem Framework ein Werkzeug erhalten, mit dem sie effektiv saubere Webseiten aufbauen können.

Wer CSS nicht aus dem EffEff beherrscht, findet mit den CSS-Frameworks eine sehr feine Arbeitsgrundlage. Und wer sich mit der umfangreichen Doku von YAML beschäftigt, kann sogar sehr viel mehr dazu lernen. Für die meisten kann die Arbeit nach einer kurzen Eingewöhnugsphase wirklich schneller von statten gehen. Warum sollte ich daher etwas gegen CSS-Frameworks haben? Faktisch könnte ich alle Pro- und Contro-Argumente gegeneinander aufwiegen, sodass am Ende eigentlich nur der Einsatz empfohlen werden kann.

Warum ich niemals ein CSS-Framework einsetzen werde

Wer sich mit mir persönlich über HTML und CSS unterhält, oder ab und zu auch mal Technikwürze hört, weiß genau, wie ich ticke. Ich habe eine ziemlich starre Meinung zum Einsatz von CSS-Frameworks: „Nein!“. Trotzdem folge ich nicht den beliebten Argumenten, dass ein Framework die Webseite ziemlich übel aufbläht, mir keine Flexibilität bietet oder strikt überflüssig ist.

Für mich ist das Schreiben von HTML und CSS ein Handwerk, mein Handwerk, mein Job. Ich liebe es außerordentlich, auf „Datei neu“ zu klicken und jedes verdammte Projekt mit einer leeren Datei zu beginnen. Ich schreibe HTML und CSS liebend gern so schnell runter wie Journalisten ihre Artikel. Aber es geht mir nicht darum, erster zu sein.
HTML und CSS zu schreiben macht mir schlicht und einfach gesagt absolut Spaß. Ich möchte alles selbst schreiben, weil es mir Freude bereitet. Ich bin lieber der Entwickler wie Dirk, der ein Framework wie YAML zusammenschreibt, als ein Webentwickler, der das fertige YAML effektiv benutzt. Als PHP-Entwickler nutze ich für einige Projekte sogar mal PHP-Frameworks wie Zend, für HTML und CSS brauche ich das eher nicht.

CSS-Frameworks unterstützen mich bei meiner Arbeit nicht, sondern rauben mir den Spaß. Ich müsste im Detail (!) viel weniger denken, viel weniger aus dem Wissen schöpfen, viel weniger leisten. Ich beantworte gern die Fragen meiner Kollegen und Hörer, wie man dies und das genau macht, und warum genau so. Es hat schon ein paar Jahre gedauert, bis ich in der Lage war, Fragen über CSS direkt wie aus der Pistole zu beantworten. Ich mag mich nicht mit dem Gedanken beschäftigen, dieses Basiswissen verblassen zu lassen. Auch wenn mich die eine oder andere Lösung mal viele Stunden oder im Extremfall gar ein paar Tage kostet, weil bisher noch niemand auf die Idee gekommen ist das Problem richtig gut zu lösen, erinnere mich gern an die „Entwicklungszeit“. Das Erreichte macht mich stolz und bildet die Basis, das Fundament meiner Arbeit.

Für mich ist Webentwicklung kein Beruf, sondern eine Berufung. Ich mache das alles echt gern. Wenn es sein muss dann auch jeden Tag wieder aufs Neue, mit einer neuen Datei. „Alles zurück auf Anfang“.

Kommentare

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  1. 1 Dali schrieb am 23. März 2009 (17:03 Uhr)

    Die tollste CSS- Liebeserklärung die ich jemals gelesen habe ;)

  2. 2 Matthias Mees schrieb am 23. März 2009 (17:03 Uhr)

    Interessanter Ansatz—CSS-Frameworks quasi als Fußfessel des eigenen Ehrgeizes ;)

    Ich sehe vieles ähnlich. Bitte nicht falsch verstehen: ich habe einen Riesenrespekt speziell vor der Mammutaufgabe YAML wie auch vor sonstigen Frameworks.

    Aber es erleichtert nicht nur vieles, es macht meines Erachtens auch, hm, faul (wenn man nicht gerade Maintainer ist ;) ). Und das sollte man in einem Bereich, dessen Reiz eigentlich darin liegt, sich ständig weiterzuentwickeln, niemals werden.

  3. 3 Daniel schrieb am 23. März 2009 (18:03 Uhr)

    Sehe das fast so wie Du aber wenn ich Projekte für eine größere Gruppe Entwickler schreibe haben auch Frameworks Ihre Berechtigung. Allerdings bin ich bisher immer sehr gut damit gefahren die Dinge, die andere benötigen, ausführlich zu dokumentieren und ihnen so zu ermöglichen an den Templates zu arbeiten (Beispiel Fehlermeldungen, einfache Formulare usw).

  4. 4 Nina Gerling schrieb am 23. März 2009 (18:03 Uhr)

    Du sprichst mir aus dem Herzen. Das kann ich 1:1 so für den Großteil meiner Projekte unterschreiben.

    Allerdings stimme ich auch Dirk und Nils zu, dass Frameworks absolut ihre Berechtigung haben. Ich arbeite z. B. seit mehreren Jahren für einen Kunden an unterschiedlichsten Großprojekten und habe dafür ein passendes kleines Framework entwickelt (angepasst an die Besonderheiten der Software). In diesem Fall macht ein Framework absolut Sinn, da unterschiedlichste Entwickler gemeinsam mit mir daran arbeiten und dank des Frameworks in jedes Projekt den schnellen Einstieg finden.

  5. 5 ThomasO schrieb am 23. März 2009 (20:03 Uhr)

    Toller Artikel.
    Ich halte YAML für eine schöne Sache das durchaus seine Daseinsberechtigung hat. Es macht Spaß damit rum zuspielen.

    Allerdings halte ich es bisher so, das ich lieber von Grund auf erst einmal ein Template erstelle um darauf die eigentliche Webseite aufzubauen. Meine Private Webseite ist da jetzt kein gutes Beispiel mit dem Einsatz von CMSimple.

    Mit solch einem Framework würde ich mich selbst bei der Erstellung eines Templates zu eingeengt fühlen und meine Kreativität einschränken.

    Wie gesagt, ich habe nichts gegen YAML und ich werde es sicherlich weiterhin im Auge behalten. Zum jetzigen Zeitpunkt aber ein deutliches Nein zu YAML.

    Aktuell gibt es auch keine Projekte wo der Einsatz dessen auch sinnvoll wäre.

  6. 6 marvin schrieb am 23. März 2009 (21:03 Uhr)

    Zitat: “Ich schreibe HTML und CSS aus dem Kopf so schnell runter wie Journalisten ihre Artikel. Ich muss nie nachschauen, wie bestimmte Attribute noch einmal heißen, oder was für Werte sie benötigen. Ich mache das Ganze schon ein paar Jahre und habe bei sevenload auch schon bereits das Frontend-Zepter in der Hand gehalten. Es macht mir überhaupt keine Mühe, ein komplett ausgearbeitetes Template in einer kurzen Zeit runter zu schreiben”

    Sorry, aber hier stinkts gewaltig nach eigenlob.
    schade eigentlich, denn deine sendungen mit technikwürze gefallen mir sehr gut, obwohl dort auch schon oft solche phrasen einfließen …
    mag ja sein dass du ein toller kerl bist und deinen beruf liebst – aber muss das die welt wissen?
    soll der blog zu einem weiteren von vielen 1000en “selbstdarstellungs-schauplätzen” verkommen?

    wäre schade.
    gruß
    marvin

  7. 7 Markus Schlegel schrieb am 23. März 2009 (21:03 Uhr)

    Wow, da hast du ja wirklich mal das ausgesprochen, was für mich bei so vielem gilt.

    (Keine) CSS-Frameworks, Betriebssysteme, CMS; letztlich ist der eigentliche Grund, warum man etwas benutzt, dass man es mag und sympathisch findet.

    Offtopic: Dass hier jeder Absatz mit eigenen Anführungszeichen versehen wird, ist etwas verwirrend.

  8. 8 Mariusz schrieb am 24. März 2009 (04:03 Uhr)

    Der Artikel ist super!! Auch ich empfinde gleich. Werde aber im naechsten Projekt Yahoo’s UI library verwenden. Den Vorteil sehe ich in der Zeitersparnis, der Standardisierung und vor allem in der Wartbarkeit.

    Die gewonnene Zeit investiere ich in ASP/PHP Coding.

    Jedoch kann ich – “Ich mag mich nicht mit dem Gedanken beschäftigen, dieses Basiswissen verblassen zu lassen.” – nicht nachvollziehen. Wer sich intensiv mit CSS beschaeftigt, vergisst nicht so schnell… ist wie mit dem Fahrrad fahren ;)

  9. 9 macx schrieb am 24. März 2009 (08:03 Uhr)

    Danke für das Feedback bisher. Ich mag CSS-Frameworks auf keinen Fall ihre Daseinsberechtigung absprechen, sie machen wie oben erwähnt in manchen Situationen wirklich Sinn. Vielleicht machen Sie auch Sinn in „meiner“ Agentur. Für mich persönlich aber nicht.

    @Mariusz Ich gebe dir Recht, wer sich intensiv mit CSS beschäftigt, mag diverse Dinge nicht wirklich vergessen. Doch wenn du eine Sache ein halbes Jahr oder länger nicht mehr wirklich anfässt, musst du länger überlegen und es tief aus den Gedächsnisschubladen raussuchen. In Bezug auf CSS-Frameworks gilt das sicher für IE6-Bugs. Ich möchte wirklich wissen, was da so abgeht und wie ich das fixe.

    @marvin Warum identifizierst du dich eigentlich nicht mit deinem echten Namen? Musst du dich so hinter deiner Fassade verstecken, um zu argumentieren?
    Ich gehe aber trotzdem gern auf deine Kritik ein:

    Man kann meinen Artikel so lesen, dass ich ein eingebildeter Webentwickler bin, man kann ihn aber auch so lesen, dass ich von meinem Job absolut begeistert bin und mich so wirklich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt habe, dass ich vieles einfach so runterschreiben kann. Ein Töpfer macht doch auch irgendwann seine Tonskulpuren im Schlaf. Lass ihn sich doch freuen über sein Handwerk.

    Deinen Beitrag „warum werden hier alle Kommentare gelöscht?“ habe ich entfernt, denn wenn du selbst einen Kommentar abgibst, steht oben drüber „Kommentare neuer Teilnehmer werden [...] von mir freigeschaltet.

  10. 10 Lukas schrieb am 24. März 2009 (10:03 Uhr)

    Naja, ganz unberechtigt ist die Selbstdarstellungs- und Eigenlobkritik ja nun wirklich nicht. Ich bin auch schon seit langem Technikwürzehörer aber dieser Artikel trifft meinen Geschmack so absolut gar nicht.

    Es mag ja sein, dass du dich berufen fühlst und es ist auch schön, dass dir die Arbeit (wie mir übrigens auch) Spaß macht. Eine so unverhohlene Selbstbeweihräucherung ist mir aber selbst auf den klassischen Selbstdarsteller-Blogs noch nie (bewusst) aufgefallen. Schau dir doch bitte den vorletzten Absatz nochmal aus der Sicht eines Blogbesuchers an. Und dann sag mir, dass er nicht arrogant klingt. Und nicht nach “boah, ich bin so gut”.

    Vielleicht sollte der Artikel auch einfach nur Werbezwecken dienen. Könnte ich ja verstehen. Meiner Meinung nach ist das Niveau dieses Artikels weit unter dem David Maciejewski-Niveau, das ich und wohl auch viele andere von dir gewöhnt sind. Und wenns nur um Selbstdarstellung geht (denn Fakten sind, abgesehen von den Zitaten, keine enthalten), solltest du das auch evtl. irgendwo erwähnen.

    Bitte versteh mich nicht falsch, ich finde deine Ideologien und deine Arbeit insbesondere bei und für Technikwürze großartig. Ich war schon gestern bei Veröffentlichung des Artikels kurz davor, etwas ähnliches wie marvin zu schreiben, ließ es jedoch dann bleiben, weil ich abwarten wollte, ob sich dieser “Trend” bei dir fortsetzt. Dass du marvin’s Kritik einfach abgewimmelt hast mit dem Killerargument “Ja lass mich halt!” und nicht, wie du angekündigt hast “darauf eingegangen bist, veranlasste mich jetzt doch dazu, hier meinen Senf abzugeben.

    Gottseidank ist das Internet ja keine Einbahnstraße und ich würde mich freuen zu lesen, was du dazu zu sagen hast.
    PS: Ich bin nicht marvin

  11. 11 macx schrieb am 24. März 2009 (12:03 Uhr)

    @Lukas
    Ich nehme Worte von Leuten wie „marvin“ nicht ernst, wenn sie nicht ihr Gesicht zeigen oder für eine Rückfrage per E-Mail erreichbar sind.

    Dein Kommentar zeigt mir jedoch, dass eine bestimmte Passage offensichtlich doch eher in die Richtung der Selbstbeweihräucherung geht, auch wenn ich das überhaupt gar nicht im Sinn hatte. Da hab ich wohl kräftig danebengegriffen.
    Ich habe daher die entsprechende Passage entfernt und kann sehr gut damit leben.

    Danke.

  12. 12 Sanddorn schrieb am 24. März 2009 (14:03 Uhr)

    Ich benutze yaml nicht weil mir die Lizenzbedingungen nicht gefallen und sich mir das Ding einfach nicht erschließt. Für mich ist es keine Arbeitserleichterung, eher das Gegenteil.

  13. 13 makcie schrieb am 24. März 2009 (18:03 Uhr)

    Ein guter Diskussionsbeitrag zum Thema CSS-Frameworks: nicht belehrend, nicht aggressiv und verteufelnd, nicht unsachlich, nicht verletzend oder beleidigend. David M. akzeptiert und weiß die Arbeit von Dirk Jesse zu würdigen.

    Aber er sagt offen und ehrlich: „Ich will nicht“. Dafür gibt es Gründe, vor allem Spaß an der Freude, Spaß an der eigenen, schöpferischen Arbeit, an der immer wieder neuen Herausforderung. Mit Arroganz und Selbstlob hat das nichts zu tun.

    David M. spricht nur für sich, es ist seine ganz persönliche Meinung, die er niemandem aufdrängt. Mich hat diese offene und ehrliche Stellungnahme sehr beeindruckt.

    makcie

    PS: Ich mache keine Webseiten, beschäftige mich nur theoretisch mit HTML und CSS. Meine Meinung: YAML ist großartig, aus meiner Sicht das beste CSS-Framework weltweit. Jeder darf – kostenlos bzw. zu günstigen Konditionen – mit YAML arbeiten, aber keiner muss mit YAML arbeiten.

  14. 14 Lukas schrieb am 24. März 2009 (19:03 Uhr)

    @macx: Wow, ich hätte nicht gedacht, dass du so positiv auf meine Kritik reagierst. Nicht, dass es mir zustünde, deine Texte zu lektorieren, aber die überarbeitete Version ist meiner Meinung nach tatsächlich viel angenehmer zu lesen. thumbsup

    Und nun doch nochmal zum Thema :)
    YAML habe ich vor ca. einem Jahr in exakt einem Projekt eingesetzt. Mein Eindruck: Ich wurde von den vielen Dateien erstmal erschlagen (hatte die version mit den vielen Vorlagen und Beispielen). Trotzdem konnte ich dank ausgezeichneter Dokumentation das Template mit ca. 30% Mehrzeit fertigstellen.
    Der Grund, warum ich YAML bisher nie mehr angefasst habe, ist, dass ich 1. genauso wie David gern selbst mein CSS schreibe und 2. gern alle “Fäden” des Templates selbst in der Hand halte. YAML ist zwar sehr flexibel, allerdings konnte ich auch nach 2 Stunden Suche kein Layout mit YAML zusammenbringen, das zB. einen fix positionierten Content in der rechten Seitenspalte hat. Wahrscheinlich liegt der Fehler ja in diesem Fall nicht bei YAML, aber für die Menge an HTML-Templates, die ich derzeit schreibe, rentiert es sich für mich auch zeitmäßig nicht, mich intensiv mit dem Framework zu beschäftigen. Aber wies ja bei vielem so schön heißt: Jeder/m das, was ihr/ihm gefällt.

  15. 15 Herr Voß schrieb am 25. März 2009 (11:03 Uhr)

    Schön zu sehen, dass es noch Leute gibt, die so viel Zeit haben, sich tagelang mit einzelnen Kleinigkeiten im CSS auseinanderzusetzen und denen das dann auch noch Spaß macht.

    Ich selbst habe meine ersten Internetseiten vor 15 Jahren noch mit Notepad geschrieben, weil es keine Tools gab. Dann gab es zumindest Tools, die einem halfen Tabellen auf Knopfdruck zu erzeugen. (Jaja, ich weiß: “Tabellen” – aber damals war das so.)

    Ich habe dann auch sehr gute Ergebnisse mit Frontpage erreicht – man musste nur die Macken kennen. Eine Site von damals ist sogar immer noch online und sie sieht immer noch so aus wie im IE4.

    Heute würde ich nicht mehr auf Frameworks verzichten. Ich bin YUI-Fan. Da kann ich jeden beliebigen Inhalt reinschmeißen, und es funktioniert.

    Das Problem sind nicht Frameworks oder nicht, sondern die Tatsache, dass HTML/CSS einfach noch nicht dafür gedacht ist, die Darstellung in beliebigen Anzeigegeräten in der Qualität zu gewährleisten, wie man sie aus dem Jahrhunderte alten Druckhandwerk gewohnt ist. Online ist nicht Print. Noch lange nicht. Frameworks sind der aktuelle Workaround.

  16. 16 macx schrieb am 25. März 2009 (12:03 Uhr)

    Ich habe vor 12 Jahren meine Tabellen auch schon von Hand geschrieben. Das war für mich damals auch schon ein Qualitätsmerkmal, auch wenn ich schwerlich die Qualität damaliger Editoren (ich liebte übrigens HomeSite von Allaire, später Macromedia) mit YAML oder YUI von heute vergleichen kann.

  17. 17 Webdesign Berlin Scriptshit schrieb am 30. März 2009 (16:03 Uhr)

    Ich habe meine CSS und HTML Dateien über Jahre hinweg von Anfang an selbst geschrieben. Jedes mal von null angefangen. Alles nur per Texteditor. Ich habe die Tabellentacker Zeit mitgemacht. Ich habe Dreamweaver, Homesite, GoLive und jetzt Textmate auf dem Mac eingesetzt. Ich habe mir sämtliche Tools reingefahren und ich habe auch nie einen Grund gesehen CSS Frameworks einzusetzen. Ich war ein Nerd :D

    Mit der Zeit wird man aber müde. Müde von der ewigen gleichen Tipperei. Müde von den ewigen IE Anpassungen, die manchmal mehrere Stunden überdauern. Und der Gedanke, ey das ist doch alles digital, warum mach ich den Käse jedesmal von vorne? Ok wenn man Spaß dran hat, ok. Aber wenns zur Arbeit wird ist man um jede Erleichterung froh. Kollegen haben einen jedesmal aufs neue gefragt was der und der Style wo auf welcher Seite macht. Änderungen haben im Nachhinein irgend n Käse gemacht usw.

    Also habe ich mir gewisse Programme, speziell für CSS angesehen. Mein erster Stop war CSSEdit von MacRabbit. Ein Volltreffer. Vervollständigung von Eingaben und live Änderung der Webseite während der Eingabe, machten die Arbeit zu einem Kinderspiel. Hinzu kam, das die Sache immer sofort Valid war und man Klassen und IDs in Ordner und Unterordner verpacken konnte. Ich setze es heute immernoch ein.

    Soweit so gut. Aus der PHP Programmierung kannte ich den objektorientierten Ansatz, gleichen Code immer wieder zu verwenden, anstatt ihn zu kopieren. Und da wir ja mit CSS und HTML brav Inhalt von Design trennen, warum also auch nicht hier weiter abstrahieren.

    Nach etwas gegoogele bin ich auf “Blueprint CSS” gestossen. Ein CSS Framework, dass sich nur auf das Wesentliche beschränkt. Einmal den Stylesheet eingebunden (8kb oder so) kann man komplette Seiten bauen, Grid basiert und Browsersicher, ohne auch nur ein Stück CSS zu schreiben. Ein enormer Zeit gewinn. Das Framework kümmerte sich dabei nur um die DIV Struktur und die Ausrichtung aller Type an einem Basegrid. Farben, BGs usw. muss ich immer noch selbstdefinieren. Perfekt für mich.

    Es geht hierbei auch nicht allein um Faulheit oder Spaß sondern auch um persistente Qualität. Man schreibt durch ein Framework nicht einfach so irgendwie was, weil man es braucht, sondern gibt dem ganzen eine Struktur, die wiederverwendbar ist. Wenn ich mir da so alte CSS Styles von mir anschaue, ist da vieles redundant und um die Ecke gecodet. Dazu kommt, dass bei jedem Projekt dasselbe Problem irgendwie anders gelöst ist. Sowas schafft Probleme.

    Ein Framework liefert also immer auch ein Stück Struktur und sichert durchgängig die Qualität. Gerade wichtig, wenn mehrere Leute an einem Projekt arbeiten. Wenn man genau weiß, dieser oder jener Style, macht genau das und das. Und das in jedem Projekt, dann kann das sehr sehr sehr entscheidend und qualitätssichernd sein.

    Ich finde man sollte umbedingt bei grossen oder grösseren Projekten ein Framework einsetzen und sei es das eigene. ;) Jedesmal von Null anzufangen ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei.

    PS: Yaml find ich persönlich schon fast zu groß und die Lizenzgebühren schrecken mich auch ab. Habs aber nicht weiter ausgetestet.

  18. 18 macx schrieb am 30. März 2009 (17:03 Uhr)

    Ob jemand ein CSS-Framework einsetzt, ist wirklich eher eine Frage des persönlichen Geschmacks, nicht der Notwendigkeit.

    Zur Lizenz: Wenn du den Autor nennst und verlinkst, brauchst du keine Lizenzgebühren bezahlen. Im Impressum ist dafür immer Platz. Aber selbst wenn du darauf verzichten möchtest, sind 59,50 EUR nun wirklich kein Geld. Das kannst du jedem Kunden mit auf die Rechnung packen.

  19. 19 Webdesign Berlin Scriptshit schrieb am 30. März 2009 (17:03 Uhr)

    Nur wegen dem persönlichen Geschmack Zeit, Geld und Wiederverwendbarkeit in den Wind zu schiessen? Ich versuch für meine Kunden immer viel für möglichst wenig Geld rauszuholen. Aber jo, jeder tickt da wohl anders.

  20. 20 macx schrieb am 30. März 2009 (17:03 Uhr)

    Die Realisierbarkeit in einer gewissen Zeit – und damit Kostenfaktor für den Kunden – hängt ja von der Fähigkeit und Erfahrung der Entwickler ab. Die einen schreiben das von Hand fix runter, die anderen schaffen das in der Zeit nur mit CSS-Framework. Das kannst du nicht pauschalisieren. Und das ist auch das, was ich meine. Für dich mag es effizient und sinnvoll erscheinen, für mich eben nicht.

  21. 21 Holger Könemann schrieb am 31. März 2009 (21:03 Uhr)

    Tja, ich kann dir da ganz und gar beipflichten … und auch irgentwie nicht.
    Ich bin selber ein Fan vom selber machen, ausprobieren, testen und neues herausfinden. Aber ich bin auch gleichzeitig Fan von CSS Frameworks. Daher meine Lösung für dieses “Dilemma”: Ein eigenes kleines CSS Framework erstellen, ganz persönlich, ganz klein und auf einen selber abgestimmt. Ich habe selber mit BlueprintCSS angefangen. Obwohl es wesentlich übersichtlicher als YAML ist, war doch viel dabei, was ich nie gebraucht habe. Aber den CSS Reset Teil und das 960er Grid Layout immer wieder von neuem per Hand zu machen? Nach einiger Zeit kamen neue Elemente hinzu die ich selber immer wieder gerne genutzt habe, andere flogen raus und irgendwann hatte ich meinen eigenen kleinen und individuellen Werkzeugkoffer.
    Damit hab ich beides: Zeitersparnis für den Kunden, aber basierend auf meinen eigenen persönlichen CSS Vorlieben und Abneigungen.

  22. 22 Andreas Hecht schrieb am 04. April 2009 (22:04 Uhr)

    David, Du bist völlig verstrahlt;-)

    Macht Dich irgendwie sympatisch…

  23. 23 Denis schrieb am 22. April 2009 (08:04 Uhr)

    “Ich liebe es außerordentlich, auf „Datei neu“ zu klicken und jedes verdammte Projekt mit einer leeren Datei zu beginnen.”
    Der Satz gefällt mir auch :)

  24. 24 Christian schrieb am 27. April 2009 (12:04 Uhr)

    Ich kann deine Einstellung zum Thema CSS-Frameworks absolut nachvollziehen.

    Bei mir ist es jedoch so, dass ich viele eigene Webseiten aufbaue und betreue. Noch vor kurzem habe ich jeden CSS-Code von Hand geschrieben und immer wieder von Vorn begonnen. Dabei habe ich natürlich verschiedene Ansätze probiert und immer wieder dazugelernt.

    Inzwischen habe ich aber so viele Webseiten (zurzeit 7), dass der Wartungsaufwand enorm ist, weil ich mich bei jeder Seite erst in das Grundgerüst reindenken muss. Sicher geht das mit Firebug und Co. recht flott aber ich bin jetzt dazu übergegangen neue Seite mit YAML als Unterbau aufzuziehen. Alte Seiten passe ich nach und nach an. So habe ich die gleiche “Technik” unter jedem Webauftritt und kann bei Änderungen und Anpassungen viel schneller Arbeiten.

    Und mir bleibt trotz YAML noch genug handgefertigtes CSS ;)

    Soviel zu meiner ganz individuellen Sicht auf CSS-Frameworks.

  25. 25 Dirk Bergmann schrieb am 01. Mai 2009 (18:05 Uhr)

    Es geht als Webentwickler um zweierlei: Zeitersparnis und Minimierung von Schmerz in der täglichen Arbeit. Als Programmierer erreichen wir beides durch richtig verstandene Abstraktion. Diese ist erst in den letzten Jahren Technologien wie dynamische Sprachen wie Ruby und Python, MVC (Model, View, Controller) Aufbau sowie darauf aufbauende Frameworks wie Ruby on Rails und Django (und im PHP-Bereich Zend, Cake) erreicht worden.
    Es macht einfach keinen Sinn, das Rad neu zu erfinden, weil es Zeitverschwendung ist. Aber Programmierer haben Turing-komplette Sprachen zur Verfügung, sodass der Output immer vorhersagbar und testbar ist. Das hält den Schmerz in Grenzen, und es entstehen ständig neue, spezialisierte Framworks.
    Im Bereich CSS macht ein Framework ungleich mehr Sinn, da CSS output wegen der Browserfehler (insbesondere IE) nicht vorhersagbar ist. CSS Frameworks abstrahieren die Behebung der Browserfehler und sind daher schmerzlindernd, und sie sparen Zeit.
    Habt Ihr mal Dirk’s exzellente Dokumentation gelesen? Es geht praktisch ausschließlich darum, alle Browser dazu zu bringen, Seiten so zu rendern, wie sie es nach CSS Standard sowieso rendern sollten.
    Wenn die Schrottbrowser wie IE6 eines Tages Geschichte sind, wird es auch wieder Spass machen, CSS von Hand zu schreiben und CSS Frameworks werden an Bedeutung verlieren.

  26. 26 GE schrieb am 16. Mai 2009 (12:05 Uhr)

    Irgendwie wie mit dem autofahren.

    Ich mag keine Automatik. Ich mag kein ESP. Ich mag kein ASR (Anti-Schlupf-Regelung), wenn ich das will, sollen auch mal die Räder durchdrehen. ABS muss ich nehmen, weil es Autos ohne das nicht mehr gibt.

    Ich will SELBER fahren, es macht mir halt Spass ;-)

    Andere sehen das anders, und das akzeptiere ich ohne Probleme. Beim autofahren wie beim Webdesign.

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