Der Rückkanal im Print

21. Juli 2009 Bisher 12 Kommentare

Der Leser kann Artikel im Internet beispielsweise durch eine Blogfunktionalität direkt kommentieren. So kann er seine Meinung hinterlassen und der Autor erhält direktes Feedback. Printmagazine jammern, dass es einen Rückkanal (zum Autor) erst gar nicht gibt. Mit dem Internet können wir aber genau diesen herstellen.

Die Idee

Stellen wir uns mal, wir drucken neben jedem Artikel eine Nummer oder ein Stichwort ab und betrachten diese Angabe als Referenz. Wenn ich nun im Internet diese Referenz angebe und meinen Kommentar dazu hinterlasse, könnte man einen Rückkanal schaffen. Viele Printpublikationen machen dies in ähnlicher Form ja schon mit Nummern, unter denen ich den Artikel online nachlesen kann. Wenn der geneigte Leser nun etwas kommentieren möchte, müsste jeder Autor Blogfunktionalitäten nachbauen, um den Rückkanal herzustellen. Die Tools dafür haben wir aber bereits „in der Hosentasche“: Das Internet auf dem Handy und Twitter.

hashTag und Twitter

In der dritten Ausgabe des Webstandardsmagazines wird jedem Artikel ein hashTag zugewiesen und abgedruckt. So könnte der hashTag in etwas so aussehen: „wsm3/25“, also „WebStandardsMagazin Ausgabe 3, Artikel 25”. Wenn ich meinen Kommentar über Twitter sende und am Ende den hashTag als Referenz angebe, kann ich direkt danach im Internet suchen und einen Zusammenhang herstellen. Beispiel:

„Ich finde nicht, dass der Autor mit seiner Meinung recht hat. #wsm3/25“.

Suche ich auf der Webseite hashTag nach eben „wsm3/25”, in der Twitter-Suche oder mit jedem x-beliebigen Twitter-Tool mit Suchfunktion, dann erhalte ich chronologisch alle Kommentare zu diesem Artikel – live!
Mit ein paar Zeilen JavaScript und ein bisschen PHP könnte man so auf seiner Webseite zum Printmagazin alle Kommentare abbilden und die Twitter-Community über neue Einträge per Tweet informieren.

Der interessierte Leser sucht aktiv nach den Kommentaren oder benutzt die oben angesprochenen Kolloberationstools durch die hashTag-Suche. Mit Hilfe von Twitter entsteht so nicht nur ein echter Dialog und die Diskussionsmöglichkeit, sondern eben auch ein echter Rückkanal zum Autor.

Ich bin gespannt, wie die Webaffinen Leser des Webstandardsmagazines diesen Ansatz aufnehmen.

Kommentare

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  1. 1 Markus Schlegel schrieb am 21. Juli 2009 (18:07 Uhr)

    Das heißt meines Wissens Hashtag und hat weniger etwas mit hasLayout sondern eher mit dem Rautenzeichen zu tun.

  2. 2 macx schrieb am 21. Juli 2009 (18:07 Uhr)

    Natürlich. Ist geändert.

  3. 3 Georg Portenkirchner schrieb am 21. Juli 2009 (18:07 Uhr)

    Mir hat die Idee gut gefallen, als Du sie in der Technikwürze vorgestellt hast. Ich finde das ist eine gute Art, Artikel im Internet zu kommentieren und zu diskutieren.

    Nur das Problem mit Deinem Beispiel ist, dass Hashtags keinen Slash enthalten sollten, da alles ab dem Slash nicht mehr Teil des Hashtags ist.

  4. 4 Thomas Off schrieb am 21. Juli 2009 (23:07 Uhr)

    Ich finde die Idee interessant, bin aber skeptisch, ob damit der “Medienbruch” zwischen Print und Web überwunden werden kann. Da das ganze vermutlich v.a. für technikaffine Leser in Frage kommt, könnte man ja ergänzend zum Hashtag auch einen QR-Code o.ä. abdrucken, der nimmt auch nicht viel Platz weg und vielleicht führt das ja dazu, dass sich die Dinger (bzw. der zugehörige Reader) weiter verbreiten.

  5. 5 Mariusz schrieb am 22. Juli 2009 (04:07 Uhr)

    Hi Macx,

    die Idee hatte ich auch schon mal. Als ich weiter drueber nachdachte, kam ein Problem auf:
    Wer filtert z.B. polemische, radikale (.. etc.) Twitter-Posts? Hier wuerde nur aggregiert werden und da waeren wir wieder bei der Spam-Problematik.

  6. 6 Martin Ladstätter schrieb am 22. Juli 2009 (10:07 Uhr)

    Gute Idee, die wir auch schon angedacht haben. (allerdings gleich auch mit flickr usw.)
    Was aber für mich noch nicht ganz klar ist. Speichert ihr die twitter-tweets ab, weil die verschwinden ja nach einiger zeit.

  7. 7 macx schrieb am 22. Juli 2009 (10:07 Uhr)

    Die Tweets werden nicht gespeichert, warum auch? Mir ist nicht bekannt, dass Tweets verschwinden. Ich kann heute noch meinen ersten Tweet aus 2007 aufrufen.

    @Mariusz
    Über Filter habe ich nicht nachgedacht und möchte ich ehrlich gesagt auch nicht. Denn selbst wenn du das bei dir auf der Seite filterterst, dann kannst du durch eine simple Twittersuche alles wieder zu Tage fördern.

  8. 8 kronn schrieb am 22. Juli 2009 (10:07 Uhr)

    Schön, deine Idee aus technikwürze hier nochmal zu lesen. Es ist leichter einen Blogpost zu verlinken :-)

    Inhaltlich ist zu sagen, dass dieser Rückkanal natürlich den gleichen Beschränkungen und Nebenwirkungen unterworfen ist wie jeder andere Kommentarweg auch. Eine Spamfilterung könnte das PHP-Skript übernehmen, welches den Twitterfeed auf der Seite einbindet. Und die Sorge, dass es nur die technikaffinen anspricht mag zwar richtig sein, aber es ist ja nur ein zusätzlicher Kanal. Ich denke, dass z.B. das Webstandardsmagazin auch Leserbriefe annehmen wird, falls ich diesen Weg wählen sollte. Die Rückmeldung ist dann zwar nicht so direkt, aber genau wie vorher möglich.

    Kurz gesagt ist die Idee sehr gut und die paar “Probleme”, wie Slashes im hashtag oder noch nicht vorhandene Aggregatoren, sollten der Umsetzung nicht im Wege stehen.

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